Die Historie:

Bereits seit dem 01. Januar 2002 haben die Behörden Anspruch auf Herausgabe der Daten in elektronischer Form. Am 26. November 2010 hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) ein Schreiben veröffentlicht, in dem die Bestimmungen für die Aufzeichnung von Bargeschäften mittels Registrierkassen bzw. die Aufbewahrung und Zugriffsmöglichkeiten der digitalen Unterlagen deutlich verschärft wurden. Mit einem Schreiben des BMF vom 14. November 2014 wurde festgelegt, dass die GoBD ab dem 01. Januar 2015 die bis dahin geltenden Richtlinien ersetzen. Ab 2016 wird es zum "Gesetz für Alle". In einer Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2016 wird bei älteren Systemen, denen die technische Voraussetzung zur Umsetzung fehlt, der Einsatz nicht beanstandet werden. Dafür gelten weitere Voraussetzungen, die mit den Finanzbehörden und Steuerberatern abgeklärt werden müssen. Ab 01. Januar 2017 dürfen in Deutschland nur noch elektronische Kassensysteme eingesetzt werden, die der GoBD entsprechen.


Aktuell:

Ab 01. Januar 2020 dürfen nur noch Kassen verkauft werden, die über eine TSE (technische Sicherheitseinrichtung) verfügen. Für den Einsatz GoBD-2017-konformer Kassensysteme gilt eine Übergangsregelung bis 30.09.2020, d.h. alle im Markt befindlichen SHARP Kassen (u.a.) der Modellserie XE-A und ER-A müssen bis spätestens 30.09.2020 mit einer TSE (technischen Sicherheitseinrichtung), einer sogenannten SD WORM Karte nachgerüstet werden. Außerdem muss ein Update der Firmware erfolgen. Beides ist ab Januar/Februar 2020 verfügbar. Bitte sprechen Sie uns an!


Information des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):

Im Zuge der Digitalisierung kommen beim Verkauf von Waren und Dienstleistungen heutzutage in der Regel elektronische Kassensysteme oder Registrierkassen (elektronische Aufzeichnungssysteme) zum Einsatz. Hierdurch hat sich das technische Umfeld des Besteuerungsverfahrens stark verändert. So sind nachträgliche Manipulation an Aufzeichnungen elektronischer Kassensysteme (digitale Grundaufzeichnungen) ohne entsprechende Schutzmaßnahmen nur mit sehr hohem Aufwand feststellbar. Das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen hat daher zum Ziel Manipulation an solchen Aufzeichnungen weiter zu erschweren. Der zentrale technische Baustein zur Umsetzung des Gesetzesentwurfs ist die Einführung einer technischen Sicherheitseinrichtung. Ansprechpartner für das Gesetz ist das zuständige Bundesministerium der Finanzen.

Ab dem Jahr 2020 müssen elektronische Aufzeichnungssysteme über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung verfügen, die aus drei Bestandteilen besteht:

Sicherheitsmodul: Das Sicherheitsmodul gewährleistet, dass Kasseneingaben mit Beginn des Aufzeichnungsvorgangs protokolliert und später nicht mehr unerkannt verändert werden können.
Speichermedium: Auf dem Speichermedium werden die Einzelaufzeichnungen für die Dauer der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist gespeichert.
Einheitliche digitale Schnittstelle: Die digitale Schnittstelle soll eine reibungslose Datenübertragung, für Prüfungszwecke gewährleisten.

Ein Kassenhersteller oder Kassensoftware-Hersteller muss eine technische Sicherheitseinrichtung nicht unbedingt selbst entwickeln und zertifizieren, sondern kann eine am Markt verfügbare technische Sicherheitseinrichtung in das Kassensystem integrieren. Durch die einheitliche digitale Schnittstelle der technischen Sicherheitseinrichtung soll auch die Integration vereinfacht werden. Insbesondere sind für die digitale Schnittstelle keine besonderen Anforderungen an die physikalische Schnittstelle geplant, so dass übliche Standardschnittstellen wie zum Beispiel USB, Ethernet, SD-Karten, etc. zum Einsatz kommen können.

Anforderungen an die Zertifizierung der technischen Sicherheitseinrichtung:

Die Zertifizierungspflicht beschränkt sich auf die technische Sicherheitseinrichtung, mit der die Aufzeichnungen des Kassensystems mit Beginn des Aufzeichnungsvorgangs zu sichern sind. Eine Zertifizierung der Kasse (oder Kassensoftware) selbst ist nicht vorgesehen. Hierdurch soll eine weitgehend flexible Integration in bestehende Kassensysteme ermöglicht werden. Die detaillierten Anforderungen an das Sicherheitsmodul, das Speichermedium, die digitale Schnittstelle sowie die elektronische Aufbewahrung sind vom BSI entwickelt und in technischen Richtlinien und Schutzprofile veröffentlicht worden. Es ist vorgesehen, die Anforderungen an das Sicherheitsmodul technologieneutral in einen Schutzprofil nach ISO/IEC 15408 (Common Criteria) festzulegen. Zur Erfüllung dieser Sicherheitsanforderungen müssen Hersteller ihre technische Sicherheitseinrichtung beim BSI zertifizieren lassen. Für das Speichermedium und die digitale Schnittstelle sind Interoperabilitäts- Verfügbarkeitsanforderungen vorgesehen, welche in einer Technischen Richtlinie definiert und im Rahmen einer Zertifizierung nach Technischen Richtlinien geprüft werden.

 

(Quelle: SHARP Business Systems GmbH, BSI)

Hinweis: Diese Informationen übernehmen keine steuer- oder rechtsberatende Funktion. Bitte wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt, wenn Sie weitere Informationen benötigen.

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